Rahner-Wahnsinn

Jeder kennt sie, zumindest aus dem Supermarkt. Kleine rote Knollen, eingelegt in ihrem eigenen Saft. Genau, wir sprechen von Roten Rüben, auch Rote Beeten genannt, oder aber bei uns zu Lande Rahner. In Österreich wächst es eigentlich überall. Trotzdem wird Rahner nicht oft verwendet, maximal eingelegt aus dem Plastikbeutel oder dem Glas. Es ist ein unterschätztes Wurzelgemüse, soviel versprechen wir, denn durch den intensiven Geschmack und die fleischige Konsistenz ist es leicht in den Mittelpunkt eines Gerichtes zu setzen. Außerdem enthält es Vitamine, Kalium und Eisen, es ist also ein sehr gesundes Gemüse.

Bei der Planung unseres Gemüse- und Kräutergartens im April haben wir einen Teil auch gleich für Rahner reserviert. Gesät wurde direkt nach dem Anlegen des Beets im April, und dann nochmal im Mai. Als Sorte wählten wir Crapaudine, ein sehr große und fleischige Variante aus Frankreich. Die erste Ernte stand gestern ins Haus, die Ausbeute: eine Riesenbeete mit 550 g, zwei kleinere mit je 250 g und eine ganz kleine mit 150 g (die hatte wohl zwischen den großen Nachbarn nicht mehr genug Platz zu wachsen).

Das Beste am eigenen Garten ist der kurze Weg in die Küche. Je schneller das Gemüse vom Beet in den Topf wandert, desto intensiver und authentischer schmeckt es. Bei uns dauert das gerade mal eine Minute. Also ran ans Werk! Wir teilen die Beete in drei Teile: aus der kleinen machen wir ein Rahner-Relish, aus der großen unser Abendessen – Rahnernudeln mit Krenrahm – und die zwei kleineren legen wir ein, damit wir auch noch später Freude an unserer eigenen Ernte haben.

Zuerst befreien wir die Rüben von der Erde, waschen und bürsten sie. Erst wenn sie gut sauber sind können wir sie weiterverarbeiten. Die Schale der Beete ist übrigens braun, wodurch sie auch nach dem Putzen und Schrubben „dreckig“ aussieht – ist sie aber nicht. Die jungen Blätter des Rahner kann man übrigens auch essen und schmecken sehr gut in Salaten.

Für das Relish schälen wir die Beete und schneiden sie in feine Stifte. Für die Pasta und das Einlegen ist die weitere Vorbereitung aufwendiger und vor allem, braun-rot-farbenfroh. Zunächst kocht man die Beeten samt Schale, am Besten in einem großen Topf, damit alle in einer Ebene mit Wasser bedeckt sind. Salz braucht das Wasser nicht. Für unsere Größe der Rüben brauchte es ca. eine Dreiviertelstunde, bis sie gar waren. Dann die Beeten abkühlen lassen, am besten im nun braun gewordenen Kochsud. Wenn es einem zu lange dauert (wie uns), dann einfach abseihen und mit kaltem Wasser abschrecken. Nun beginnt die Farbenpracht; Einweg-Handschuhe sind ein Muss! Die Schale kann man ohne Messer mit den Händen ganz einfach abziehen. Das Messer oder die Spitze eines Sparschälers brauchen wir, um die verbleibenden Strunk- und Schalenreste herauszupicken. Dann kann man schon aufs Brett wechseln und die roten Wunderknollen für später in die gewünschte Form bringen – für das Abendessen in Würfel, für das Einlegen in circa gleichdicke Scheiben. Freut euch auf die Rezepte!

Rahnernudeln mit Krenrahm

Eingelegter Rahner mit Ingwer

Rahnerrelish

Für die Vorbereitung noch ein Tipp: Kommt der Saft der Rübe einmal wohin, verschwindet er nicht mehr so leicht. Es empfiehlt sich also, kein durchsichtiges oder weißes Plastik zu verwenden. Alles, womit man die Knollen bearbeitet, sollte so schnell wie möglich abgewaschen werden.

1 Kommentar

  • Manu sagt:

    Ich mag die roten Rüben erst seit kurzem – mein Junior hat sie unerwarteter Weise angefangen zu essen und ich hab mitgegessen :) Vorher konnte ich sie nicht leiden. Aber jetzt finde ich den Salat total lecker. Auch kannte ich den Namen „Rahner“ nicht – man lernt ja nie aus! lg Manu

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