Germteig für süßes Gebäck

Zugegeben, für die meisten Hobbybäcker gehört Germteig wohl eher zu den leichteren Übungen – nicht so für mich. Der Germ und ich, wir haben eine gemeinsame Geschichte.

Eingeschüchtert von den ersten kläglichen Klumpen, die ein jähes Ende im Müll fanden, lies ich erst einmal einige Jahre die Finger davon. Und dabei wäre es wohl auch geblieben, wäre da nicht Thomas. Thomas, der Germteig liebt. Und Marzipan. Und Nuss. Da blieb mir also kaum eine andere Wahl: Ein Nuss-Marzipan-Kranz musste her.

Ohne die Einzelheiten meiner Reise zum perfekten Germteig hier auszubreiten, möchte ich trotzdem die Lektionen, die ich dabei lernen musste in aller Kürze zusammenfassen:

  • Während kalte Zutaten dem Teig nicht schaden, sondern lediglich die Nerven eines ungeduldigen Bäckers strapazieren, richten heiße Zutaten sehr wohl Schaden an. Sie töten den Hefepilz.
  • Frischer Germ und Fett führen Krieg. Gleiches gilt für größere Mengen Salz.
  • Der Versuch, den Teig im Backofen bei ca. 50°C gehen zu lassen kann mächtig schiefgehen. Die Ergebnisse reichen von halb gebackenem Teig bis zur geschmolzenen Schüssel.
  • Gleiches gilt für die wahnwitzige Idee, den Teig bei etwa 100W in die Mikrowelle zu stecken. Zugegeben: Das hätte ich mir denken können. Dahinter steht die generelle Weisheit, bei Internetrezepten und -tipps den Hausverstand einzuschalten.

Mit diesem Vorwissen können sich die Germteig-Geplagten unter uns an die untenstehende Anleitung wagen. Warum genau der Germteig und ich dann doch noch gute Freunde wurden, zeigt das nächste Rezept.

 

Germteig für süßes Gebäck

Zutaten

  • 500 g Mehl
  • 60 g Zucker
  • 1 Pkg. Trockengerm oder 1 Würfel frischen Germ
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 1/4 l Milch
  • 60 g Butter (weich oder flüssig)
  • etwas Zitronenschale (wenn man’s gerade da hat)

Zubereitung mit Trockengerm

  1. Die trockenen und die nassen Zutaten separat verrühren, dann vermischen und gut durchkneten. Je länger man knetet, desto luftiger der Teig.
  2. Die Teigkugel zugedeckt 2-3 Stunden gehen lassen. Auch gut: An einem kühleren Plätzchen über Nacht gehen lassen. Der Trockengerm braucht zwar länger als der frische, ist aber weniger empfindlich.
  3. Den Teig nochmal kurz durchkneten, dann weiterverarbeiten.

Zubereitung mit frischem Germ

  1. Das Mehl in eine Schüssel geben und in der Mitte eine Mulde schaufeln, den Germ hineinbröseln, eine Prise Zucker dazugeben und mit der Milch auffüllen. 15 – 30 Minuten gehen lassen.
  2. Den restlichen Zucker, die weiche Butter und das Ei dazugeben und verkneten. Eine Teigkugel formen und in einer zugedeckten Schüssel an einem warmen Plätzchen ca. 1 Stunde gehen lassen.
  3. Nochmal durchkneten und je nach Rezept weiterverarbeiten.

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