Buchteln mit zweierlei Füllung

Heute nehmen wir euch mit auf eine Reise durch die Zeit! Als Freunde der guten Küche brauchen wir dafür keine Zeitmaschine, denn wir haben etwas viel Besseres: Das fast schon antike Kochbuch So kocht man in Wien! von Rudolf Rösch, eine Ausgabe aus dem Jahr 1939, hat auf dem Dachboden von Nachbar’s Großmutter viele Jahrzehnte überdauert um dann hier zu landen.

Zwar kannten wir das Buch vorher nicht; nach einer kleinen Internetrecherche aber vermuten wir, dass es sich um ein Standardwerk unter den Kochbüchern des 20. Jahrhunderts handelt. Schon die von Auflage zu Auflage wechselnden Untertitel (Ein Hausbuch der guten Küche, Ein Hausbuch der gutbürgerlichen Küche und natürlich Ein Kochbuch der deutschen Hausfrau) sind ein Spiegel der Geschichte.

Auf jeden Fall aber ist das Werk ein recht unterhaltsamer Schmöker. Die sage und schreibe 12 Abbildungen im Vierfarbendruck hauten uns schon aus den Socken, aber das absolute Highlight sind natürlich die Rezepte. Von Schnitzel bis Palatschinken – sämtliche Klassiker der österreichischen Küche sind vertreten. Was wir besonders interessant finden: die alten, originalen Rezepte. Da kommt kein Vanillezucker in die Palatschinken und keine Basilikum   in die Kasnudeln. Mandeln kauft man nicht fertig gerieben und Marzipan wird natürlich selbst gemacht.

So manches Rezept könnte man gar nicht mehr nachkochen, auch wenn man es vermutlich sowieso nicht wollte: Kuheuter mit Gerste.

Deshalb haben wir uns für einen Klassiker entschieden, der sich leichter mit dem modernen Gaumen vereinbaren lässt: Buchteln.

Die Rezepte für den Teig und die Füllungen in den Bildern unten setzen bereits ein solides Grundwissen und etwas Gefühl fürs Kochen voraus. An den Mengenangaben wurde gespart. Die Milch verwendet man „nach Gefühl“, Zucker „nach Geschmack“ und  auch „50-100g“ Butter ist eine eher vage Angabe. Teigneulinge halten sich deshalb vielleicht lieber an unser altbewährtes Basisrezept: Germteig für Süßes.

Wir füllen unsere Buchteln mit Nuss- und Mohnfülle, obwohl sich auch die Topfenfülle sehr schmackhaft anhört. Leider ging mir das Füllen der Teigecken nicht so leicht von der Hand (Ein Tipp: die Teigränder sehr sorgfältig verschließen, sonst löst die Flüssigkeit in der Füllung den Verschluss und die Buchteln werden matschig) und das Endergebnis war wenig fotogen. Daher gibt’s hier keine Vorher-Nachher-Fotos, sondern nur ein Bild von der einzigen ansehnlichen Buchtel. Geschmacklich auf jeden Fall TOP!


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