Blunzengröstl mit Steirersalat

Gleich vorweg, um Missverständnissen vorzubeugen: Blunzengröstl ist ein typisches österreichisches Gericht, deren Hauptzutat die Blunze, österreichisch für Blutwurst, ist.

Ich habe viele Lieblingsgerichte, welche sich bereits in meiner Kindheit entwickelt haben. Mein Leibgericht ist nach wie vor die hausgemachte Lasagne meiner Mutter, doch auch meine Großmutter hat bei meiner kulinarischen Selbstfindung einen bedeutende Rolle gespielt. Ich bin ihr heute noch sehr dankbar, dass sie mich vor ungefähr 15 Jahren überredet hat, ihr Blunzengröstl zu probieren. Ich war sofort Feuer und Flamme. Da meine Eltern und viele meiner Freunde, wie die meisten anderen Menschen, heute einen weiten Abstand zu Innereien und Blut nehmen, beschränkte sich mein Blutwurstkonsum auf maximal zweimal jährlich, und immer bei Großmutter.

Ende 2012 fragte ich mich dann selbst, warum ich nicht ab und an für mich alleine Blutwurst zubereite? Die Antwort habe ich mir gegeben und habe die Augen nach frischen Blutwürsten offen gehalten. Es dauerte nicht lange bis ich merkte, dass man Innereien und mit Blut zubereitete Sachen nur sehr schwer bekommt. Als ich sie das erste Mal sah, kamen sie mir absolut überteuert vor, doch dann wurde ich zum Glück bei Hofer findig. Gekauft!

Doch was ist übrigens in der Blunze enthalten? Das ist bei sehr vielen Würsten eine gute Frage, zumal man bei keiner Wurst mehr die ursprünglichen Zutaten mit dem Auge erkennen kann – nicht jedoch bei der Blutwurst. Sie besteht aus Schweinfleisch, Speck, Blut und Gewürzen. Auch erkennbar sind weiße Körner, zumeist werden Reis oder Rollgerste zugegeben. Das Blut verleiht der Blutwurst einen typisch metallischen und sehr angenehmen Geschmack. Außerdem ist das gestockte Blut dafür verantwortlich, dass die Wurst im rohen (eigentlich ist die Wurst komplett vorgegart) schnittfähig ist, beim Braten wird die Wurst jedoch auch Blutes dank sehr knusprig.

In Österreich wird Blutwurst entweder im Ganzen gekocht oder in kleine Stücke geschnitten mit gebratenen Kartoffeln (dem Gröstl) serviert. Ich bevorzuge die gebratene Variante, jedoch statt der sehr stark zerteilten Wurstmasse liebe ich größere Stücke, und statt dem klassischen Sauerkraut einen leichten Steirersalat.

Blunzengröstl mit Steirersalat

Zutaten

  • 500 g Blutwurst (Blunzen)
  • 750 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Häupel Vogerlsalat
  • 2 EL Salatkernmischung
  • Salz, Pfeffer
  • 2 TL ganze Kümmelkörner
  • Kernöl, Weinessig
  • Schnittlauch
  • Butter
  • frischer Kren

Zubereitung

  1. Kartoffeln waschen und im Ganzen bissfest kochen, abschrecken, schälen und in dünne Scheiben schneiden.
  2. Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebelwürfel in einer Pfanne mit zerlassener Butter anschwitzen und herausnehmen.
  3. Mehr Butter in die Pfanne geben und Kartoffelscheiben dazugeben. Diese sollen nun auf jeder Seite schön angebraten werden, aber Vorsicht beim Wenden, damit die Scheiben nicht ganz zerbrechen. Salzen und Pfeffern, später auch Schnittlauch untermischen.
  4. Blutwurst in großzügige Scheiben scheiden und dann den Darm abziehen. In einer zweiten Pfanne Blutwurst ebenfalls in Butter anbraten, bis sie auf der einen Seite sehr knusprig ist. Wenden und zweite Seite anbraten.
  5. Inzwischen Salat waschen, putzen und trocknen. Ein einfaches Dressing aus Kernöl und Weißweinessig, Salz und Pfeffer herstellen. Salat mit Dressing und Salatkernmischung anrichten.
  6. Abschließend Blutwurst und Kartoffeln in einer Pfanne vereinigen oder getrennt anrichten – ist jedem ja selbst überlassen. Aber zum Schluss darf frischer Kren und Schnittlauch nicht fehlen.

Noch keine Kommentare.

Gib deinen Senf dazu!