Asia-Suppe

Ein typischer Besuch bei einem China-Restaurant in Österreich (ich möchte zwar nicht pauschal sein, aber mal ehrlich, in den meisten „Restaurants“ läuft es so ab): in fast jedem noch so kleinen Dorf betreibt eine chinesisch anmutende Familie ein Restaurant „Zur Sonne“, „Zur chinesischen Mauer“ oder „Der goldene Drache“. Man wird immer freundlich mit chinesischen Akzent begrüßt und bekommt die wohl in einer Massendruckerei für ganz Österreich einheitlich hergestellte Speisekarte mit lauter Nummern in die Hand. Die gebratene Ente mit Knoblauchsauce ist schon fix, aber die philosophische Frage lautet: Frühlingsrolle oder die berühmt berüchtigte Suppe Nummer 1 – die scharf-saure Tagessuppe. Man entschließt sich für die Suppe, bereut es schon fast beim Bestellen und der Verdacht erhärtet sich, als die halbflüssige Speise auf den Tisch landet. Schmecken tut sie meist immer gleich, liegt aber auch an den weit verbreiteten pulverförmigen „Zutaten“ – trotzdem genießbar. Schlimm wird es nur dann, wenn die Suppe schon zu lange gekocht, eingedickt, gekocht, gestreckt, eingedickt,… wurde. Auch für Asia-Suppen gilt: wenn man es schneiden kann, ist es keine Suppe.

Lange Worte, kurzer Sinn: mit einer echten chinesischen Suppe hat dies nicht viel zu tun. Die chinesische Küche hat aber (insofern man es in einem Zug sagen kann, China ist ja groß) einen Vorteil: die verwendeten Hauptzutaten bekommt man problemlos auch in Österreich, das meiste Gemüse ist auch bei uns heimisch und die benötigten Gewürze findet man in fast jeden Supermarkt. Gewappnet mit diesem Wissen widmen wir uns heute der Mission „China-Suppe“. Wir wollen zeigen, dass sich problemlos zu Hause eine abgestimmte chinesische Suppe zaubern lässt.

Aufgabe 1: jede Suppe braucht ihre Basis. Die Auswahl stellt sich zwischen Rinderbrühe, Geflügelbrühe oder Gemüsebrühe. Wir entschließen uns für die Hühnebrühe, da sie der Suppe eine gewisse Fleischnote verleiht, ohne dass wir weiterhin Fleisch zugeben wollen/müssen. Gemüsebrühe würde dennoch gut funktionieren. Wir haben also eine Hühnerbrühe gekocht (Basisrezept hierzu ein andermal). Für unsere eiligen Leser: Bouillonpasten funktionieren sicher auch, aber Finger weg vom Pulver, denn da kann man auch ins China-Restaurant.

Aufgabe 2: Was kommt hinein? Wir wollen eine Suppe ohne Fleischeinlage, aber was macht die Suppe stimmig? Der Kohlenhydratträger ist schnell ausgemacht: Udon-Nudeln – eine spezielle Nudelsorte aus Korea und Japan. Na gut, einigen wir uns darauf, dass wir die Suppe als Asia-Suppe bezeichnen. Dann die Eingebung. Wir verwenden frische Austernpilze, um der Suppe einen echten asiatischen Touch zu geben. Paprika für die fruchtige Note, Karottenstreifen für den Biss, Limette und deren Saft für die saure Komponente.

Aufgabe 3: die Zusammenstellung! Hühnerbrühe aufkochen und mit einer guten Sojasauce, der gleichen Menge Fischsauce, braunem Zucker und Limettensaft abschmecken. So schnell verwandelt man eine gewöhnliche Hühnersuppe in ein asiatisches Geschmackswunder. Austernpilze hinzugeben und kurz kochen lassen. Nun das Herz unserer Suppe: wir bereiten das Gemüse vor und geben es roh in weite, tiefe Teller. Die Udon-Nudeln nach Packungsanweisung garen und nach dem Abtropfen mit etwas Sesamöl mischen und ebenfalls auf die Teller verteilen. Austernpilze aus der Suppe fischen und auf die Teller geben. Nun ist die Suppe fertig, oder doch nicht? Nein, es fehlt ja noch die Suppe selbst. Wenn alles bereit ist und jeder schon den Bauch vor Hunger reibt wird das Gemüse im Teller mit der wirklich kochenden Brühe übergoßen. Wenn man nun kurz wartet und dadurch das Gemüse ziehen lässt, entfaltet sich ein perfektes Aroma.

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